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Briefe Schreiben im Zeitalter der Digitalisierung

 

Handschriftliche Briefe sind zu einer echten Rarität geworden! Das liegt nicht daran, dass wir weniger schreiben: Wir kommunizieren heute so viel wie noch nie – doch die Intensität hat sich verändert. Unsere Postfächer quellen jeden Tag über vor lieblos getippten E-Mails, sodass wir erleichtert aufatmen, wenn alle Nachrichten gelesen und beantwortet sind. Einen Brief zu schreiben bedeutet sich Zeit zu nehmen, sorgfältig und genau zu sein. Deswegen sind sie Botschaften mit persönlicher Bedeutung, die Freude und Anerkennung zum Ausdruck bringen. Wenn wir die Briefkultur wieder aufleben lassen, verbessern wir persönliche Beziehungen ebenso wie die Entwicklung unserer Persönlichkeit. In diesem Artikel schildern wir Euch einige Aspekte, warum Briefe schreiben wieder kultiviert werden sollte.

 

 

Der Gang zum Briefkasten stellt im Zeitalter der Digitalisierung für die meisten Menschen eher ein notwendiges Übel als ein erfreuliches Erlebnis dar. Kein Wunder: Werbesendungen, Behördenpost und Rechnungen sorgen selten für Begeisterung beim Adressaten.

Immer weniger Briefe werden noch von einer Privatperson an privat verschickt. Der Anteil der Privatpost beläuft sich auf weniger als 4% des Postverkehrs – Gruß- und Glückwunschkarten eingerechnet.

Aber ganz selten passiert es dann doch: Wir drehen den Schlüssel um, öffnen das Törchen und entdecken einen persönlichen Brief! Allein das Lesen unseres Namens in einer schönen Handschrift fühlt sich für manche wie eine kleine Zeitreise an. Vielleicht erkennen wir in der Handschrift sogar den Absender. In uns steigt dann ein warmes Gefühl oder vielleicht sogar vorfreudige Nervosität auf: Jemand hat uns einen Brief geschrieben!

Was löst diese Freude in uns aus? Wenn wir einen Brief bekommen, fühlen wir uns wertgeschätzt: Wir sind jemandem wichtig. Der Schreiber

hat sich für uns Zeit genommen, um uns etwas zu erzählen. Spätestens wenn wir das beschriebene Papier in den Händen halten, wird uns klar: Das ist mein Freund oder das ist mein Geliebter!

Dieser Effekt bleibt selbst dann nicht aus, wenn wir regelmäßig Briefe schreiben und erhalten. Die oft recht lange Wartezeit auf eine Antwort lehrt uns unbewusst auf die Beziehung zum anderen zu vertrauen. Wir fühlen uns nicht sofort vergessen, wie bei einer nicht beantworteten Messangernachricht. Keine Reaktion bedeutet beim Briefeschreiben auch, dass es Zeit erfordert seine Gedanken zu ordnen und die richtigen Worte zu finden. Beide – der Empfänger und der Schreiber – haben zwischen dem Erhalt eines Briefes und der Antwort Zeit um nachzudenken.

Briefe schreiben stärkt unsere Konzentration

 

Einen Brief zu schreiben, bedeutet auch sich festzulegen. Wir können nicht schnell, wie bei einer Messangernachricht einen Zwinkersmiley hinterherschicken, um zu zeigen, dass wir es nicht so ernst meinen: Briefe sind verbindlich. Wir können sie nicht mit einer Löschfunktion bearbeiten, Absätze umstellen oder anderweitig verändern. Das Gewicht des Füllers in der Hand verleiht auch den Worten in einem Brief Gewicht.

Aus diesem Grund müssen wir wirklich präsent sein, wenn wir einen Brief schreiben. Dabei trainieren wir auch unsere Konzentrationsfähigkeit und lernen unsere Aufmerksamkeitsspanne zu verlängern. An Laptop, Tablet oder PC können wir ständig umdenken. Was zunächst als ein Vorteil erscheint, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als Problem. Die vielen Möglichkeiten, die uns die digitalen Endgeräte bieten, kosten uns Zeit und laden zum Prokrastinieren ein. Das lässt das handschriftliche Schreiben zu einem bewussten Vorgang werden, auf den wir uns konzentrieren müssen.

 

 

 

Reflexion und neue Ansichen durch handschriftliches Schreiben

 

 

Bevor wir anfangen können zu schreiben, ist es notwendig unsere Gefühle, Pläne und Erinnerungen intensiv zu reflektieren und in Worte zu fassen. Der Vorgang dauert zwar länger, aber wir erleben ihn als eine Entschleunigung, während der wir tief in die Essenz unseres Lebens eintauchen und Klarheit gewinnen. Dadurch werden wir uns unserer Ausdrucksweise bewusster und können zu ganz neuen Einsichten kommen. Ein Brief ist also eine Nachricht an eine wichtige Person in unserem Leben und zugleich an uns selbst.

Viele Menschen zelebrieren das Briefeschreiben aus diesem Grund: Es gibt einen bestimmten Platz am Fenster in ihrem Lieblingscafé an dem sie in die besondere Stimmung kommen und der Hektik des Alltags entfliehen können. Sie verwenden einen besonders hochwertigen Füller, der die Tinte mit Leichtigkeit über das Papier fließen lässt. Auch die Wahl des Papiers kann den Genuss des Schreibens steigern. Ein stärkerer Bogen aus handgeschöpftem Bütten lässt uns noch achtsamer mit den Worten umgehen, die wir schreiben wollen.

Wir wissen auch, dass wir Briefe nicht wegwerfen, sondern aufbewahren. Anders als E-Mails holen wir sie ab und an hervor und lesen sie ein zweites oder drittes Mal. Ihren Inhalt und die Freude die wir empfunden haben, als wir den Brief öffneten, werden wir deshalb auch viel intensiver erinnern und nicht so schnell vergessen.

Es gibt also viele Gründe, warum Briefe unseren Alltag und den eurer liebsten bereichern. Briefe zu schreiben lohnt sich!

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