Der Souverän M1000 Raden Stardust „Hoshikuzu” setzt Pelikans Raden-Serie fort. Bei dem Stardust handelt es sich um das vielleicht schlichteste Raden-Modell – und das Understatement steht ihm ausgesprochen gut.
Die Raden-Serie hat seit ihrer Einführung eine beeindruckende Linie an Editionen hervorgebracht: Den Anfang machte 2011 der Moonlight, gefolgt vom Sunlight (2013), dem Starlight (2014), dem Sunrise (2016), dem vielgelobten Green Ray (2020), dem White Ray (2021) und dem Black Infinity (2024). Mit dem Pelikan M1000 Raden Stardust erschien im April 2026 das achte Modell der Raden-Reihe.
Verpackung und erster Eindruck
Das traditionelle japanische Kunsthandwerk beginnt schon bei der innersten der sage und schreibe vier Umverpackungen: Der Stardust befindet sich in einer Schatulle aus Paulownia-Holz. Dabei handelt es sich um ein in Japan traditionell für wertvolle Objekte verwendetes Material.

Beim ersten Betrachten des Füllers zeigt sich, was den Stardust innerhalb der Raden-Serie auszeichnet: Er ist das schlichteste Modell der Linie. Bei wenig Licht wechselt sich die schwarze Urushi-Lackierung mit zurückhaltenden Streifen ab, denen hier und dort ein dezentes Funkeln zu entnehmen ist. Erst bei stärkerem Lichteinfall entfaltet die Raden-Oberfläche ihre volle Farbpracht aus Violett, Blau, Grün und Silber. Diese Zurückhaltung steht dem Stardust ausgesprochen gut: Er wirkt keinesfalls überladen, sondern elegant und wunderschön.
Mit rund 34 Gramm bringt der M1000 zudem ein präsentes Gewicht mit. Dieses ist typisch für die M1000-Serie und vermittelt ein Gefühl von Wertigkeit.
Aussehen, Funktionen und Verarbeitung
Die Oberfläche des Pelikan M1000 Raden Stardust entsteht in einem mehrstufigen, traditionellen Handarbeitsverfahren: Zunächst wird der Grundkörper des M1000 mit tiefschwarzen japanischen Urushi-Lack überzogen. Anschließend werden drei verschiedene, fein zerkleinerte Abalone-Schalen mithilfe eines Funzutsu – einem traditionellen Pulverröhrchen – vertikal entlang von Schaft und Kappe aufgetragen. Den Abschluss bilden mehrere Schichten klaren Lacks, die einzeln poliert werden und dem M1000 Raden seinen charakteristischen Glanz verleihen.

Ausgeführt wird diese Arbeit von Yamazaki Mushu und dem Kollektiv Hoshu-kai. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Kaga-Maki-e-Meistern aus Yamanaka Onsen im japanischen Ishikawa. Jeder der 400 Füllfederhalter wird vom Künstler signiert; die Signatur vor dem Kolben und die Editionsnummer auf der Kappe werden in Maki-e-Technik aufgebracht. Spätestens hier lässt sich das beeindruckende Maß an Handarbeit erkennen: Signatur und Nummerierung tragen die kleinen Imperfektionen, die jede handgefertigte Arbeit unweigerlich mit sich bringt und die jedem einzelnen Füllfederhalter seinen individuellen Charakter verleihen. Ansonsten – wo wir gerade bei der Verarbeitung sind: Diese ist pelikan-typisch tadellos.

Der Clip und die Zierringe sind 24-karätig vergoldet. Der ikonische Pelikan-Schnabelclip und die doppelten Zierringe an der Kappe verorten den Stardust klar in der Souverän-Familie.
Feder und Füllsystem
Die Raden-Editionen von Pelikan werden grundsätzlich mit einer M-Feder aus 18-karätigem Gold ausgeliefert. Wer eine andere Federbreite bevorzugt, kann diese direkt bei Pelikan anfragen. Unser Exemplar schreibt ein wenig breiter als eine typische M, was bei M1000-Modellen keine Seltenheit ist.
Die Feder ist herrlich weich und federnd. Dabei handelt es sich nicht um Flex im eigentlichen Sinne, aber doch um eine spürbare Nachgiebigkeit, die (im Umfeld moderner Füllfederhalter) ein überdurchschnittliches Maß an Strichvarianz erlaubt. Der Füllfederhalter eignet sich sowohl für lange Schreibpassagen als auch für kurze Notizen oder Unterschriften. Der Tintenfluss ist ausgesprochen großzügig, was den Stardust zu einem idealen Begleiter für shading- und sheen-freudige Tinten macht.

Der M1000 ist ein Kolbenfüller, der in der Schreibwelt für sein großes Tintenvolumen bekannt ist. Das ist angesichts der ausgesprochen fließfreudigen Feder definitiv kein Nachteil. Unser Exemplar haben wir mit Pilot Iroshizuku tsuyu-kusa betankt; in einen besonderen Füller gehört schließlich eine besondere Tinte.


Preis und Verfügbarkeit des M1000 Raden
Der Pelikan Souverän M1000 Raden Stardust ist auf 400 Exemplare weltweit limitiert und für rund 3.200 Euro erhältlich. Damit setzt er den Trend steigender Preise innerhalb der Raden-Serie fort. Diese Entwicklung dürfte angesichts des wachsenden Aufwands in Material und Handarbeit sowie der anhaltend starken Nachfrage nach Raden-Editionen nachvollziehbar sein.
Wer den Stardust sein Eigen nennen möchte, sollte zeitnah zuschlagen: Auflagen in dieser Größenordnung sind bei Pelikan-Raden-Editionen erfahrungsgemäß schnell vergriffen; der Sekundärmarkt spiegelt das regelmäßig wider.
Fazit zum Pelikan Raden M1000 Stardust
Der Pelikan M1000 Raden Stardust setzt eine der exklusivsten Schreibgeräte-Editionen fort. Dass der Stardust dabei der zurückhaltendste Vertreter der Raden-Linie ist, macht ihn nicht weniger beeindruckend. Ganz im Gegenteil: In einer Welt, in der es zunehmend um Aufmerksamkeit und Effekthascherei geht, kommt der Stardust fast schon ungewohnt leise daher. Wer genau hinschaut und sich die Zeit nimmt, wird mit einem wahren Spektakel belohnt.






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