Therapeutisches Schreiben – wie du schreibend dein Leben veränderst

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Wusstest du, dass du durch handschriftliches Schreiben dein Leben verändern kannst? Ja, du hast richtig gelesen!

Stehst du vor einer wichtigen Entscheidung und weißt nicht, was du tun sollst? Schlägt dir ein Konflikt auf den Magen? Oder hast du manchmal das Gefühl, dass dir die Richtung in deinem Leben fehlt?

Insbesondere handschriftliches Schreiben ist ein kraftvolles Werkzeug, das uns in diesen Momenten unterstützen kann. Mit dem Stift in der Hand können wir selbst zum Therapeuten werden, indem wir uns schreibend mit uns selbst auseinandersetzen und innen Klarheit finden. In diesem Artikel erklären wir dir drei einfache Methoden des therapeutischen Schreibens, welche Wirkung du mit ihnen erzielen und wie du sofort starten kannst.

Für wen ist therapeutisches Schreiben gedacht?

Der Begriff ‚therapeutisch‘ muss dich nicht abschrecken: Du brauchst kein schwerwiegendes Problem, um diese Art des Schreibens für dich nutzen zu können. Du brauchst nicht einmal jemanden, der dir sagt, was du zu tun hast. Genau deshalb ist die Schreibtherapie so ein wertvolles Tool. Beim therapeutischen Schreiben wirst du selbst zu deinem Therapeuten, übernimmst mit dem Stift in der Hand Verantwortung für dich und dein Leben und löst so eigenmächtig Probleme und Verstrickungen. Solltest du dich allerdings psychisch oder physisch instabil und konstant belastet fühlen, suche dir auf jeden Fall Hilfe durch einen ausgebildeten Psychotherapeuten.

„Du musst nicht psychisch instabil sein, um therapeutisches Schreiben für dich zu nutzen.“

schreibtherapie

Durch Schreibtherapie stärkst du den Zugang zu dir selbst – dafür brauchst du keine schwerwiegenden Symptome. Nutze therapeutisches Schreiben zum Beispiel, um unangenehme Gefühle für dich zu klären, kreisende Gedanken oder einen Konflikt aufzuarbeiten, der dich nicht loslässt. Ganz „nebenbei“ lernst du dich selbst dadurch besser kennen. Das heißt zum einen deine Schattenseiten und hinderliche Glaubensmuster. Zum anderen wirst du dir deiner Potentiale und Fähigkeiten bewusster, erkennst deine Leidenschaften und findest heraus, was du dadurch in dieser Welt bewirken und beitragen kannst. Es geht daher nicht nur um deine Selbsterkenntnis. Auch deine Selbstverwirklichung bringst du durch therapeutisches Schreiben Schritt für Schritt eigenverantwortlich voran.

Drei Methoden therapeutischen Schreibens

Damit du einen ersten Eindruck bekommst, was sich hinter dem Begriff ‚therapeutisches Schreiben‘ verbirgt, haben wir im Folgenden drei mögliche Schreibmethoden aufgelistet. Du wirst feststellen, dass es kein Hexenwerk ist und du es daher leicht für dich allein nutzen kannst.

1. Automatisches Schreiben

Diese Art des therapeutischen Schreibens wird auch als ‚freies Schreiben‘ bezeichnet. Du schreibst dich im wahrsten Sinne des Wortes ‚frei‘ von Gedanken, Gefühlen und belastenden Themen. Dies tust du wertfrei und am besten, ohne deinen Stift lange abzusetzen. Du schreibst einfach ungeschönt auf, was emporkommen möchte, und erhältst damit Zugang zu dir unbewussten Themen. Da dein Perfektionismus beim Schreiben abgelegt wird, fördert automatisches Schreiben zusätzlich deine Kreativität und wird daher auch in den so genannten ‚Morgenseiten‘ verwendet.

Automatisches Schreiben kannst du beispielsweise in einem Tagebuch regelmäßig durchführen. So entstehen weniger chronologische Aufzeichnungen, sondern Momentaufnahmen zu Themen, die dich beschäftigen. Beim ‚Journaling‘ nimmst du diese Texte zudem erneut zur Hand, um Ziele, Erkenntnisse, Wünsche und nächste Schritte für dich abzuleiten.

2. Expressives Schreiben

Du schreibst zu einem bestimmten Thema, zu einer konkreten Situation oder einem ausgewählten Erlebnis einfach ungefiltert auf, was sich dazu auf dem Papier zeigen möchte. Hierfür kannst du ebenfalls verschiedene Tagebücher mit bestimmtem Fokus anlegen, zum Beispiel ein Erfolgstagebuch, Dankbarkeitstagebuch, Trauertagebuch, Reisetagebuch, usw. In diese Kategorie fällt auch das achtsame Schreiben, bei dem du durch gezielt ausgewählte Impulsfragen in dich eintauchst und handschriftlich deine Gedanken und Gefühle dazu festhältst. Der Akt des Schreibens und die bewusste Zeit für dich stehen hier zusätzlich im Mittelpunkt.

3. Kreativ-therapeutisches Schreiben

Diese Methode des therapeutischen Schreibens ist auch bekannt als Poesie- und Bibliotherapie. Es wird nicht frei geschrieben, sondern Erlebnisse, Gefühle, Konflikte, usw. werden spielerisch durch bestimmte Textformen verarbeitet, wie zum Beispiel in Gedichten. Zudem handelt es sich nicht nur um eine Schreibtherapie, es werden zusätzlich andere Texte speziell zu Heilungszwecken gelesen.

Was bewirkt therapeutisches Schreiben?

Egal, für welche Methode des therapeutischen Schreibens du dich entscheidest: Du wirst feststellen, dass es kraftvolle Wirkungen haben kann. Durch das Schreiben machst du dein Inneres auf Papier sichtbar und stärkst so die Verbindung zu dir selbst. Verborgene, unbewusste Anteile, die dich von deinem Glück abhalten, können so geheilt und aufgelöst werden. Durch handschriftliches Schreiben hältst du zudem bewusst inne und steigst aus sich wiederholenden Gedankenstrudeln aus, um neue Lösungen zu finden.

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Dies gibt dir zum einen Abstand zu emotional belastenden Situationen und Themen, da du schreibend eine Beobachterposition einnehmen kannst. Insbesondere durch erneutes Lesen deiner Aufzeichnungen kannst du Muster erkennen und neue Entscheidungen treffen, anstatt wiederholt und unbewusst dieselben emotionalen Reaktionen auszuleben.

Zum anderen lässt du Gefühle in dir zu, die du Buchstabe für Buchstabe auf dem Papier vor dir erscheinen lässt. Therapeutisches Schreiben ist wie eine bewusste Gedanken- und Gefühlshygiene, eine innere Reinigung von Themen, die geheilt werden dürfen.

Spürbare Wirkungen des therapeutischen Schreibens

  • Reduzieren von Stress durch Verarbeiten und Loslassen belastender Themen
  • Innere Ruhe und Ausgeglichenheit
  • Stärkung des Immunsystems und Vorbeugen von Krankheiten
  • Stärkung von Selbstwert und Selbstbewusstsein
  • Seelisches Wohlbefinden und Zufriedenheit
  • Innere Klarheit über eigene Bedürfnisse und Wünsche, die zu fokussierten, eigenverantwortlichen Handlungen führt
  • Gesündere und bewusstere Lebensgestaltung
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Wie kannst du mit dem therapeutischen Schreiben beginnen?

Wie zu Anfang erklärt, kannst du die Schreibtherapie im Alleingang ausprobieren, sofern du dich generell psychisch stabil fühlst. Alles was du brauchst, sind Stift und Papier. Ob du nun mit Füller schreiben möchtest oder mit Kugelschreiber, ob du auf lose Zettel schreibst oder in ein schönes Notizbuch, darfst du selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass du handschriftlich schreibst.

„Beim therapeutischen Schreiben erforschst du dich selbst.“

Die Schreibtherapie setzt eine Offenheit voraus, dir deine Innenwelt ehrlich anzuschauen. Lerne, dich selbst als Leitfaden in deinem Leben zu erkennen und wertzuschätzen. Das heißt auch: Sei es dir wert, über dich zu schreiben und dir vor allem regelmäßig die Zeit dazu zu nehmen. Die Wirkungen therapeutischen Schreibens entfalten sich nämlich nicht nach einem einzigen Versuch.

Um den Einstieg zu finden, gehe es am besten so unkompliziert wie möglich an. So setzt du die Hürde niedrig und musst dich nicht zu sehr überwinden. Der innere Schweinehund wird sich nämlich sicher nach kurzer Zeit bei dir melden, wenn du eine neue Gewohnheit wie regelmäßiges Schreiben in deinen Alltag integrieren möchtest. Insbesondere wenn es darum geht, auch unangenehme Themen anzuschauen. Nimm dir zum Beispiel ab jetzt jeden Morgen 20 Minuten Zeit für das freie Schreiben. Wenn du morgens keine Zeit hast, setze dir abends eine zeitlich definierte Sitzung, in der du ungefiltert aufschreibst, was gerade in dir vorgeht.

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Auf einen Blick: Wie du mit dem therapeutischen Schreiben startest

  1. Wähle den für dich passenden Stift und die Papierform aus.
  2. Definiere deine festen Schreibzeiten, zum Beispiel morgens 20 Minuten. Trage sie am besten in deinen Kalender ein.
  3. Setze dich zu diesen Zeiten hin und schreibe frei herunter, was jetzt in dir vorgeht – ungefiltert und wertfrei, ohne den Stift abzusetzen.
  4. Gestalte dein Schreibritual, indem du zum Beispiel eine Kerze anzündest, es dir dafür in deinem Lieblingssessel gemütlich machst oder einen Kaffee dabei trinkst. Schließlich tust du dir etwas Gutes und das darf belohnt werden!

Bist du bereit, das therapeutische Schreiben für dich zu entdecken? Starte mit Schritt 1 und suche dir im Shop den passenden Stift und ein schönes Notizbuch aus!

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