Tagebuch Schreiben – So gelingt dein Einstieg (Teil II)


Mai 12, 2020
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Mai 12, 2020
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Im ersten Artikel zu Tagebüchern haben wir die Vorteile und Gründe für das Tagebuchschreiben sowie ein paar Tagebuchtypen vorgestellt. In diesem Artikel soll es nun mehr um das “Eingemachte” gehen. Der Artikel soll denjenigen, die gerne Tagebuch schreiben möchten, aber nicht wissen wie, als Orientierung dienen. Genauso kann er auch erfahrene Schreiber auf neue Ideen bringen.

Tagebuch schreiben in deinem Stil 

Bevor du überhaupt mit deinem Tagebuch anfängst musst du einige Dinge entscheiden: Erstens musst du dich entweder für ein digitales Tagebuch in Form einer App bzw. einem digitalen Notizblock, oder einem klassischen analogen Tagebuch entscheiden. Wir empfehlen Letzteres sehr und legen angehenden Tagebuchschreibern ans Herz sich absichtlich Zeit zu nehmen Gedanken und Emotionen in einem Tagebuch mit Papier und Stift festzuhalten.

Schreiben ermöglicht eine viel persönlichere Verbindung zu den festgehaltenen Worten – hier sind sich Wissenschaftler einig. 

Außerdem musst du dich entscheiden in welchem Stil du dein Tagebuch schreiben möchtest: Soll es als Monolog geschrieben werden? Oder adressierst du eine fiktive Person? Einigen wird es leichter fallen das Tagebuch als Erzählung zu schreiben, in welcher man selber als Charakter vorkommt. 

Auch kannst du dir über narrative Details Gedanken machen – schreibst du chronologisch oder zeitlich frei und schreibst du in formeller oder Alltagssprache?

Sollte das perfekte Schreibutensil oder ein passendes Tagebuch noch fehlen, helfen wir bei Penoblo gerne weiter.

 

Tagebuch schreiben

Was wird in ein Tagebuch eingetragen?

Sobald alle Formalitäten geklärt sind kannst du endlich das eigentliche Schreiben beginnen. Aber was schreiben?

 „Ich werde, ich hoffe, dir alles anvertrauen können, wie ich es noch bei niemandem gekonnt habe, und ich hoffe, du wirst mir eine große Stütze sein.“

So schrieb Anne Frank im ersten Eintrag ihres weltbekannten Tagebuches. Damit wird schon deutlich, was du in dein Tagebuch schreiben kannst – alles was dir in den Sinn kommt. Sei es Erlebnisse im Alltag, Ideen und Fragen, empfundene Emotionen oder Ziele und Pläne. Genauso kannst du dein Tagebuch aber auch nutzen, um dein eigenes Leben nachzuverfolgen. Geschehnisse bei der Arbeit, in der Familie und im Freundeskreis oder auch als Tracking für Ausgaben oder Mahlzeiten.

Manchen Menschen hilft es sich anregende Fragen zu stellen, die Erinnerungen hervorrufen und tieferes Denken motivieren.

Anregende Fragen für dein Tagebucheintrag

  1. Was passiert um micht herum?
  2. Welche Veränderungen mache ich durch?  
  3. Was denke und fühle ich?
  4. Wovor habe ich Angst?
  5. Was habe ich erreicht? Was ist mein Ziel?
  6. Wofür bin ich dankbar?
  7. Was macht micht glücklich?
  8. Was macht micht unzufrieden?
  9.  Wie wirke ich auf andere?
  10. Was möchte ich verbessern oder verändern?

Diese Fragen bilden die erste Ebene der Dinge, die du notieren kannst. Im Tagebuch bietet es sich jedoch auch an tiefer in die Gedanken einzutauchen und nicht nur nach dem Was zu fragen, sondern auch nach dem Weshalb und Warum. Warum passieren die Dinge? Weshalb denke ich das? Warum fühle ich mich so? Weshalb ist das mein Ziel? Diese Gedankengänge sind zwar anspruchsvoller und bedürfen höherer Reflektionsleistung, haben im Nachhinein allerdings eine wesentlich stärkere Wirkung zur Folge. Sobald wir uns vom Was lösen, erlauben wir unseren Gedanken sich von reinen Geschehnissen und Ereignissen zu entfernen und ihre Hintergründe und Ursprünge zu entdecken.

Die Frage nach dem Warum muss nicht unbedingt eindeutig beantwortet werden, sondern kann auch gut als Anregung für neue Fragestellungen und Gedankengänge fungieren. Als Grundregel gilt es keine Belanglosigkeiten aufzuschreiben und Bedeutsames aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

Was bringt es ein Tagebuch zu schreiben?

Wie im letzten Artikel angesprochen, ist das Tagebuchschreiben ein unterschätztes Mittel gegen Stress und Ängste. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Studenten, die vor ihren Klausuren ihre Prüfungsängste notieren, während der eigentlichen Prüfung selbstbewusster und sicherer sind. Ähnliche Ergebnisse fand man bei Erwachsenen, die ihren Arbeits- und Alltagsstress aufschrieben. Kurz, es bietet sich an, Dinge die einen negativen Einfluss auf unsere Psyche haben im Tagebuch zu thematisieren. 

Genau dasselbe Prinzip kann man auf positive Einflüsse applizieren. Geschehnisse, die uns glücklich machen, Dinge für die wir Dankbar sind und Momente in denen Ziele erreicht wurden oder ein Gefühl von Stolz und Erfolg vorhanden waren, sollten auf jeden Fall im Tagebuch angesprochen werden. Das Aufschreiben und Wiedererleben der Momente und Emotionen stärkt das Selbstbewusstsein, die Handlungsfähigkeit und die Bereitschaft trotz schwierigen Situationen weiterzukämpfen. 

Wie kann ich mit meinem Tagebuch anfangen?

Trotz guten Ideen kann es natürlich immer vorkommen, dass du alles außer Tagebuch im Kopf hast und nicht weißt was du ins Tagebuch schreiben sollst. Dieses Phänomen findet man sowohl bei erfahrenen Schreibern als auch bei Anfängern. Unsere Empfehlung ist einfach losschreiben! Jeder Satz kann ein Anfang sein: „Heute dachte ich…“, „Jetzt will ich etwas schreiben aber weiß nicht was! Vielleicht liegt es an…“.  

Eine andere Möglichkeit ist es einfach eine Nacherzählung des Tages aus einer Fremdperspektive zu schreiben. Dies hilft bei der Distanzierung und offenbart oftmals Dinge, die du aus der eigenen Perspektive nicht zu erkennen vermagst.

 

Wie schreibt man richtig Tagebuch? – Tagebuch als Marathon

Wichtig beim Tagebuchschreiben ist, dass man es (fast) jeden Tag macht und auch eine Weile durchhält.

Da das Tagebuch an keine Regeln oder Ordnung gebunden ist, kannst du auch immer wieder Abwechslung reinbringen. So kannst du ab und zu aus der Ich-Perspektive schreiben und andere Male in der dritten Person. Genauso besteht die Möglichkeit die inneren Personas zu variieren. Schreibst du aus Sicht deines inneren Kindes oder seriösen Erwachsenen? Ist heute Engelchen oder Teufelchen am Steuer?  Oder lässt du ausnahmsweise die selbstverliebte arrogante Seite schreiben, statt der bescheidenen und selbstlosen? Es gibt endlos viele Möglichkeiten, bei welchen nur das Vorstellungsvermögen die Grenzen festlegt. 

Wenn an einem Tag scheinbar nichts Schreibenswertes geschehen ist, kannst du auch ältere Situationen und Gefühle aufgreifen, die eindrucksvoll waren oder eine bleibende Wirkung hatten. 

Eine andere Möglichkeit ist es sich an solchen Tagen mit Zielen, Wünschen und Träumen zu beschäftigen. Welche Lebensziele habe ich erreicht und welche stehen noch vor mir? Bin ich auf dem jetzigen Lebenspfad glücklich? Was wünsche ich mir für meine Zukunft?

Egal was und wie du schreibst, das Tagebuch sollte persönlich und nur für die eignen Augen sein. Dies ist essentiell damit du dich frei entfalten und ungehindert deine Gedanken und Gefühle entdecken kannst. 

Jetzt bleibt nur noch eins: Losschreiben! 

Wir wünschen dir viel Freunde und ungehindertes Explorieren mit einem ganz besonderen, persönlichen Tagebucherlebnis.

 

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