Wie funktioniert ein Füller?

Tim Leopold

Mai 04, 2021
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Tim Leopold

Mai 04, 2021
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Wir kennen ihn meist schon aus unserem Alltag oder noch aus der Schulzeit: den Füller. Aber wie funktioniert er? Was hat es mit der Feder und den ganzen Einzelteilen eigentlich auf sich? Und warum fühlt es sich so viel besser an mit einem Füller zu schreiben? Im Folgenden werden wir uns die Funktionsweise des Füllers ansehen und herausfinden, was ihn in der Welt den Schreibens zu einem so besonderen Schreibgerät macht.

Das Schriftbild eines hochwertigen Füllers ist etwas ganz besonders. Kein anderes Schreibgerät erlaubt uns so gefühlvoll zu schreiben und den persönlichen Charakter unserer Handschrift so fesselnd hervorzuheben. Der Grund für dieses einmalige Schreiberlebnis ist unter anderem der individuell regulierte Tintenfluss auf das Papier, der durch die Feder vom Schreiber kontrolliert wird. Dafür fließt stets eine ausgewogene Tintenmenge über den Tintenlauf zur Feder. Der Tintenlauf, auch Zuführer oder Tintenleiter genannt, ist unterhalb der Feder angebracht und regelt die Flussmenge der Tinte zur Federspitze, wodurch ein Überschuss an Tinte verhindert wird. Der Tintenleiter macht sich den Kapillareffekt zunutze, durch welchen die Tinte aus dem Tintenreservoir geführt wird. Ein schmaler Kanal lässt Tinte aus dem Tintenreservoir nachfließen sobald die Feder das Papier berührt und geschrieben wird.

Die Rolle der Luft

Seitlich des Kanals befinden sich perforierte Rillen, durch welche Luft in das Tintenreservoir strömt. Luft und Tinte fließen in entgegengesetzte Richtungen, sodass die beim Schreiben verbrauchte Tinte durch Luft ersetzt wird. Die einströmende Luft hält im Reservoir einen beständigen Luftdruck aufrecht. So kommt eine gleichbleibende Tintenmenge zur Feder. Über den Luftdruck wird somit die Aktivität des Tintenleiters reguliert.   
Die Luft sorgt zudem für einen Druckausgleich, der auch Einflussfaktoren von außen reguliert – etwa warme Hände oder eine hohe Raumtemperatur, die zu einer Ausdehnung der Tinte führen.

Der Tintenlauf ist des Weiteren von einem Kollektor umgeben, der Tinte in vielen feinen Lamellen lagert. Er optimiert die Menge der Tintenabgabe aus dem Tintenleiter an die Feder. Dieser Tintenkanal endet in einem Loch in der Feder, welches als Herz bezeichnet wird.

Die Füllfeder

Auch die Funktion der Feder basiert auf dem Kapillareffekt. Jede Feder hat einen kleinen Spalt. Dieser führt vom Herz der Feder ins Federkorn an der Spitze der Feder. So wird über den Kontakt der Feder mit dem Papier der Tintenfluss aktiviert. Auch die Breite der Feder und die Fließeigenschaften der Tinte sind Faktoren, die sich auf den Fluss der Tinte auswirken.

Alle gängigen modernen Füller funktionieren nach diesem Grundprinzip. Dennoch kann es zwischen verschiedenen Herstellern zu Abweichungen bei manchen Teilkomponenten kommen. So benötigen Lamy Stahlfedern beispielsweise kein Loch zur feineren Regulierung des Tintenflusses, sondern erreichen dies durch Form und Größe der Feder. Manche Tintenleiter haben zudem mehrere Tintenkanäle oder verzichten auf Tintenlamellen.

Obwohl diese Variationen das Schreibgefühl etwas beeinflussen können, sind sie grundsätzlich nicht spürbar, da die grobe Funktionsweise der Füller dieselbe ist.

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